11. Orgelfahrt am 08.09.2018 ins Erzgebirge

Freiberg: Petrikirche

Die Pfarrkirche St. Petri wurde auf dem höchsten Punkt der Innenstadt vor 1190 als romanische Basilika erbaut, deren Reste noch im Chorraum sichtbar sind. Die Kirche bestimmt durch ihre erhöhte Lage und mit der barocken Haube des Westturms, die in einer langen Spitze endet, die Silhouette der Stadt. Wesentliche Teile des Innenraumes wie Orgelprospekt und Kanzel schuf der Dresdner Bildhauer Johann Christian Feige d. Ä. nach dem großen Stadtbrand von 1728.

Der Bau der Orgel für 3000 Taler wurde von Silbermann im Jahre 1733 begonnen und 1735 vollendet. Der bei Silbermann gleichzeitig vorliegende Auftrag für die Orgel der Dresdner Frauenkirche wurde erst danach realisiert, da sich der Baufortschritt in Dresden verzögert hatte.

Bei dem Freiberger Instrument verwirklichte er erstmals das Konzept seiner späten Schaffensphase, das mit einem gravitätischen Klangbild dem Geschmack des Spätbarock Rechnung trug.
Die große Walcker-Orgel von 1884 mit ursprünglich 56, heute 65 Registern wurde letztmalig 1995 von der Firma Eule (Bautzen) grundlegend saniert und weitgehend in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Die Orgel ist mit 32 klingenden Registern die größte zweimanualige Orgel von Silbermann. Nach Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert wurde sie in den Jahren 1993 / 94 wieder ihrem Originalzustand angenähert. Die große, abschließende Restaurierung konnte 2007 beendet werden und verhalf der Orgel zu alter musikalischer Pracht.

FG Petrikirche Orgel

Der durch die Ausgestaltung sakraler Bauten weithin bekannte Künstler Friedrich Press gestaltete in den Jahren 1974 bis 1986 den Innenraum der Petrikirche.

FG Petrikirche Altar

Die je sechs - die wartende Gemeinde darstellenden - Skulpturen unter den Emporen richten ihren Blick auf den Altar und auf die große Christus-Figur an der Glaswand:

                                 „Der wiederkommende Christus als Weltenherrscher“ (Offenbarung 20).

Wehrkirche Dörnthal

Die 1346 errichtete, denkmalgeschützte Wehrkirche zu Dörnthal, eine der ältesten Kirchen im mittleren Erzgebirge, steht wie die meisten Wehrkirchen aus strategischen Gründen auf einem Hügel.
Der Wehrgang von ca. 1500 mit Schießscharten umgibt die massiven Mauern an allen Seiten.
Ebenfalls aus dieser Zeit stammen der Altar sowie die sehenswerte Kassettendecke der Kirche. Bis 1539 wurde der Altarraum angebaut und mit einem hochgotischen Schlingrippengewölbe überwölbt. Der Dachreiter stammt von 1610 und wurde später mehrfach erneuert.

Die zweimanualige Orgel mit dem vergoldeten Prospekt wurde 1843 /1847 von dem weniger bekannten Dresdner Orgelbaumeister Carl Gottlieb Jeheber (1800 – 1855), weitgehend noch im Stil von Silbermann erbaut.

Doernthal innen

Dorfkirche Großhartmannsdorf

Die barocke Kirche von 1730 besitzt mit der Kanzel, dem Taufstein und der Patronatsloge wertvolle Ausstattungsstücke, darüber hinaus die 1741 geweihte Silbermann-Orgel, die damals 600 Taler kostete. Der Schüler und Mitarbeiter von Silbermann, Adam Gottfried Oehme, führte später erste Reparaturarbeiten durch; heute wird die Orgel von der Firma Eule aus Bautzen betreut.

Grosshartmannsdorf Orgel


 

Literatur- und Quellenangaben:
Georg Dehio : Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Akademie-Verlag Berlin 1965
Georg Piltz : Kunstführer durch die DDR, Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin 1974
Internetauftritte der Gemeinden in Freiberg, Dörnthal und Großhartmannsdorf

 

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